Hamburg – 29. Barmer Alsterlauf (10,00km)

Hamburg, 09. September 2018 – Der große Tag war gekommen. Heute sollte der Startschuss fallen für den 29. Barmer Alsterlauf. Würde ich es innerhalb der Zielzeit schaffen? Ja, ich würde – aber das wusste ich gute vier Stunden vorher noch nicht, als mich ein leichter Nieselregen und die Aufregung aufweckten.

An den Start dieses Laufevents gingen: Der Boss, der Cousin vom Freund, der Freund und ich. Während die Herren der Schöpfung sich irgendwo ins Startfeld drängten, startete ich wieder von ganz hinten.

7 Wochen hatte ich auf diesen Lauf hin trainiert. 7 Wochen lang bin ich jeden zweiten (oder dritten) Tag gelaufen. Mein Pace ging von 09:20 Minuten pro Kilometer auf 08:30 Minuten pro Kilometer runter. Aber die vollen 10 Kilometer bin ich erst einmal vorher gelaufen. Seit diesem Lauf machte sie auch der Rücken schmerzlich bemerkbar. Und dann war da noch dieser katastrophale Probelauf in Husum. Bei dem ich mich die gesamte Strecke lang mit Seitenstechen quälte. Was würde mich dieses Mal erwarten?

„Besinn dich, Christiane!“ holte ich mich zurück. Ich wollte keinen anderen Teilnehmer als Laufbuddy auserkoren, wie in Husum. Ich wollte nicht losstürmen beim Start, wie in Husum. Ich wollte mein Ding machen. Durchhalten und Ankommen. Und so trabte ich 4 Minuten nach Startschuss über die Startlinie. Möge ich schneller sein als der Zielschluss.

Bei einem durchschnittlichen Pace von 08:20 Minuten pro Kilometer lief es sich sehr entspannt. Auf diesem Tempo liefen auch zwei anderen Läufer, wie sich herausstellte: ein Ehepaar aus Nürnberg. Wir Franken finden uns einfach überall. Wir kamen ins Gespräch. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass ich Laufen und Reden gleichzeitig kann.
Aber halt Moment, wie war das mit „Kein Laufbuddy auserkoren“?

Ab Kilometer 7 setzte ich mich von dem Ehepaar ab und lief etwas schneller und bis Kilometer 8 hatte ich meine Puls sehr gut unter Kontrolle. Er lag bei circa 170 Schlägen pro Minuten, was ich als sehr angenehm empfand.

Endlich ging es auf die Zielgerade. Ich war zwar irgendwie total am Ende, hatte mir aber fest vorgenommen, auf den letzten Meter nochmal richtig Gas zu geben! Das fühlte sich so falsch in den Beinen an. Die hatten keinen Bock mehr. Ich dachte, ich würde gleich einknicken, hier und sofort auf der Stelle, wie ein Stein und keinen Meter mehr vorankommen. Am besten noch 1 Zentimeter vor der Ziellinie.

Im Ziel: kaputt, aber happy

Doch meine Beine ließen mich nicht im Stich. Mit 01:24:58 auf der Uhr und „Hamburg meine Perle“ aus den Lautsprechern kam ich ins Ziel.

Ich bekam meine Medaille und war happy.
Ich hatte die 10 Kilometer geschafft. Ohne Seitenstechen und ohne Gehpausen.


Fakten:
Distanz: 10,00
Zeit: 01:24:58
Pace: 08:30

Die Zeiten der anderen:
Der Boss: 00:54:11
Der Cousin: 00:42:32
Der Freund: 00:48:42

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