Husum – George C. Hafenrunde (2,66km)

Husum, 11. August 2018 – Ein kleines Probeläufchen vor dem großen 10-Kilometer-Lauf im September? Klar, es ist immer gut zu wissen wo man mit seinem Training steht. Leider erfährt man auch so, wo man definitiv noch nicht steht.

Der Schwiegervater in Spe (kurz: der Boss) meldete meinen Freund und sich für den 10-Kilometer-Lauf an. Mich meldete er für die 2,66 Kilometer an. So waren wir an einem wechselhaftem aber warmen Sonntag in Husum.

Meine erste „Wettkampfteilnahme“ nach langer, langer Zeit.

Ich schnürte mir meine Schuhe, befestigte die Startnummer und reihte mich nach ganz hinten ins Startfeld ein. Da stand ich nun. Voller Aufregung und mit leicht schlotternden Knien. Vor drei Wochen hatte ich mit dem Laufen angefangen und wollte mich nun mit einer Horde Kinder (erste Reihe des Startfeldes), deren Eltern (zweite Reihe), scheinbar wirklichen Läufern (dritte Reihe) und einem kleinen dicken Mann mit Wampe (mit mir am Ende des Startfeldes) messen.

Ich schielte rüber: „So fit sieht der nicht aus! Jo Bro, wir beiden rocken das Feld von hinten“ In meinen Gedanken malte ich mir schon aus, wie wir Hand in Hand, über beide Backen grinsend und unter tosenden Applaus über die Ziellinie schritten. Ich lockerte mir nochmal die Beine, da wurde auch schon zum Startschuss runter gezählt.

Der Startschuss fiel. Die ersten Reihen stürmten los und während ich gerade noch meine Apple Watch anwarf, um über Zeit und Puls informiert zu bleiben, sah ich, wie mein Laufkumpel davon zischte.

Ich versuchte das Tempo zu halten. Eine ganz dumme Idee, die ich die restlichen 2,6 Kilometer spüren würde.

Es war für mich zu schnell. Mein Puls lag nach 500 Metern schon bei 185 Schlägen pro Minute. Mein Körper signalisierte mir: So nicht und ich drosselte meine Geschwindigkeit. Mein Kumpel mit der Wampe und das Läuferfeld wurden immer kleiner am Horizont ehe sie hinter einer Kurve verschwanden. Jetzt hieß es nur noch ich und mein Puls von 185.

Und 19 Minuten und 44 Sekunden später überschritt ich gequält und gebeutelt die Ziellinie.

Zweimal musste ich eine Gehpause machen, meinen Puls bekam ich nicht unter 180 Schläge pro Minute runter, ich hatte Seitenstechen from hell und war über mich sehr entsetzt.

Kann man nach drei Wochen Lauftraining nicht schon bisschen mehr erwarten?

Die Distanz war auf jeden Fall machbar. Immerhin war das auch meine Trainingsdistanz., beziehungsweise lief ich regelmäßig mindestens 3 Kilometer. Aber im Training lag mein Pace bei 09:20 Minuten pro Kilometer. In Husum war er bei 07:20 Minuten pro Kilometer. Meine Puls hielt ich im Training auch immer auf durchschnittlich 155 – 160 Schläge pro Minuten. In Husum ging er auf 185 Schläge rauf und nicht wieder runter. Vielleicht,… vielleicht war das alles bisschen zu viel erwartet und vielleicht braucht mein Körper nach Jahren des Nichtstun einfach bisschen länger. Vielleicht würde das mit den 10 Kilometern in September auch nichts werden – unter diesen Voraussetzungen?

Aber zurück nach Husum: Ich kam an, aber den kleinen Mann mit Wampe sah ich nie wieder.


Fakten:
Distanz: 2,66
Zeit: 00:19:44
Pace: 07:25

Die Zeiten der anderen:
Der Freund: 00:50:28 (auf 10,00km)

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