A Schmankerl: Wie wir 18.000.003,54 Euro verloren

Den Samstagvormittag verbrachten der Mann und ich kränkelnd auf dem Sofa seiner Mutter. Am frühen Nachmittag brachen wir nach Hause auf. Umzug von der einen Couch auf die andere, aber davor mussten wir noch kurz einen Halt beim Supermarkt einlegen.

Ich hatte seit Tagen Heißhunger auf Gnocchi mit Babyspinat-Walnuss-Pesto. Das sollte mir der Mann kochen. Der Mann hat so seine zwei, drei Gerichte, die er kocht und da lässt er auch keinen anderen ran. Dazu zählen auch Gnocchi mit Babyspinat-Walnuss-Pesto – aber dafür fehlten uns noch Gnocchi.

An der Kasse fragte ich den Mann dann, ob der Lotto-Jackpot am Mittwoch geknackt worden sei. Er verneinte und hielt eine Rede darüber, dass er kein Lotto mehr spiele, weil man gewinnt ja eh nie und alles doof sei. Ich sagte, ich gehe dann jetzt Lotto spielen. Da konnte der Mann nicht widerstehen und musste auch spielen. Was bin ich nur für ein schlechter Einfluss.

Wir zahlten die 3,54 Euro und es ging schnurstracks zum Lotto-Schalter. Der Einkauf wurde unterm Tisch abgestellt und wir fingen an unsere Felder auszufüllen.

Sicherlich gibt es irgendwo eine empirische Ausarbeitung über die verschiedenen Lotto-Spiel-Typen. Der Mann ist auf jeden Fall der Spielertyp „Ich mach mir da voll die Gedanken“, während ich die „Wahllose Spielerin“ bin. Außer beim ersten Feld, da kommen immer die obligatorischen Geburtstagsdaten rein. Also zu mindestens jene, an die ich mich immer erinnern kann. Den vom Vater vergesse ich immer. Ich weiß nur, dass es März ist und irgendwann zwischen dem 20. und 24. – Meine Geburtstagsgrüße kommen also immer am 25., mit einem „nachträglich“. Kannste nichts falsch machen.

Als wir den Supermarkt verließen, sagte der Mann: „Heute Abend werde ich M-iii-ll-iiii-ooo-nen auf dem Konto haben! M-iii-ll-iiii-ooo-nen!“ Aber erst mal wollten wir beide heim, auf die Couch und uns auskurieren. Zum Abendessen sollte es Gnocchi mit Babyspinat-Walnuss-Pesto geben, hatte ich ja bereits erwähnt. Die ganze Fahrt über lief mir schon der Sabber den Mund herunter.

150 Kilometer später, und mit Riesen Glück bei der Parkplatzsuche, waren wir wieder in unserer Hamburger Hood. Der Mann zog das Gepäck aus dem Kofferraum: „Wo ist der Einkauf?“ Ich schaute noch mal auf den Rücksitz, aber nirgends war die Tüte.

Die stand nämlich noch im Supermarkt beim Lotto-Schalter unterm Tisch. 
Keine Gnocchi für mich.

… und im Lotto sahnten wir auch rein gar nichts ab.

6 Kommentare

  1. Herrlich 😀
    Ist der Jackpot denn geknackt, lohnt es sich, sich mal wieder Gedanken zu machen (ich gehöre ebenfalls zu den Spielern, die sich Gedanken machen)?

    Die armen, vergessenen Gnocci …
    Was gab es dann zu essen? – ich habe mittlerweile ein Knöpfle-Spätzle-Verbot auferlegt bekommen.

  2. Das ist ja ärgerlich!
    Während des Lesens, hatte selbst ich Lust auf das Essen 😀

    Hach, im Lotto gewinnen… das wäre was. Mir würde schon eine Million reichen! Ach was, ich wäre sogar mit weniger zufrieden 🙁 Einfach mal paar Wünsche erfüllen.

  3. Sehr ärgerlich, ist mir aber auch schon passiert 😀

    Ich spiele mit Freunden zusammen immer nur Eurojackpot, wenn der Jackpot auf 90 Millionen angestiegen ist. Wir träumen dann auch immer schon direkt, was wir mit dem Geld alles machen würden – gewonnen haben wir bisher maximal den Einsatz 😀

    • Christiane

      @K.:
      … esgabdannDöner…

      @Bammy:
      Ja doch, ein kleiner Geldsegen wäre nicht schlecht.

      @Anne:
      Ich hatte jetzt die letzten beiden Lottoscheine 0,00 Euro geholte, die ich gespielt hatte.

      Ich habe aber auch immer Glück, wenn ich spiele und nen Dreier oder so habe, dann sind diese „nicht so viel wert“ wie die Ziehungen davor oder so.

      Da der Jackpot nicht geknackt wurde, bin ich am überlegen… nochmal spielen?

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