Hamburg – 13. MOPO Staffellauf (5x5km)

Hamburg, 08. August 2019 – Man kann mich echt schnell für Dinge begeistern. Egal, ob ich sie kann oder nicht. 

Und was war ich begeistert, als der Kollege sagte, er möchte ein Team für den MOPO Staffellauf im August zusammenstellen (Bei diesem Lauf nehmen meistens nur Firmenteams teil und unser Arbeitgeber ist dort meistens mit vielen Teams vertreten).

Leider bekamen wir die Staffel nicht zusammen.
Aus der Traum.

Von wegen: Eine Woche vor dem Lauf fand ich dann doch noch eine Staffel! 

Bei einem anderen Team fiel die vierte Läuferin aus. Die Staffel brauchte Ersatz und fand mich. Ich überzeugt nicht mit meinen sportlichen Leistungen, sondern eher mit meiner knallharten Offenheit, dass ich richtig arschlangsam bin, aber ambitioniert genug, die 5 Kilometer zu laufen.

Was soll ich sagen: Ich lief meine schnellsten 5 Kilometer. Ich brauchte für die Strecke von 5 Kilometern gute 37 Minuten. Hölle, können einem die Beine weh tun.

Aber immerhin ging es nicht nur um mich, sondern auch um die anderen.

Insgesamt benötigte unsere Staffel für die 25 Kilometer 02:35:23. Unsere Gesamtplatzierung war 974 von 1099 Teams. Als reines Frauenteam belegten wir bei den Damen Platz 38 von 57 Teams.

Nach dem Lauf hab ich gejammert, was das Zeug hält.
Tags drauf hab ich immer noch gejammert, was das Zeug hält.

Aber wenn ich ehrlich weiser etwas sagen darf, hat der Lauf auch etwas Gutes gebracht: Die Tage zuvor hatte ich immer mit schweren Beinen zu kämpfen. Die waren danach weg, also so ab dem Sonntag waren meine Beine dann weder noch von Schmerzen geplagt oder schwer*.

*Bis ich 10 Kilometer um die Alster lief.

#mygardentoday – Es ist vorbei!

Es ist vorbei. Es ist vorbei mit dem Gärtnern auf dem Balkon.

Das musste ich vor gut einem Monat feststellen. Irgendwas ist das falsch gelaufen. Doch ich hoffte bis zuletzt, dass die Pflanzen sich noch einmal berappeln würden.

Dabei fing es doch so gut an. Die Direktsaaten kamen alle ganz gut – okay, bis auf den Mangold, der vergeilte trotzdem. Auch das Umsetzen an geeignetere Stellen verkrafteten die Pflanzen gut. Einzig und allein bei den Tomaten bemerkte ich sehr früh einen Wachstumsstopp. Aber ich wollte ihnen Zeit einräumen.

Die Zeit verging.

Bei den Tomaten passierte nichts mehr und irgendwann hörten auch die anderen Pflanzen das Wachsen auf.

Den Garaus machte die Erde

Die Pflanzen wuchsen nicht nur nicht mehr, sondern es schwirrten auch Trauermücken um sie herum. Es sprießten irgendwelche Pilze neben ihnen und irgendwann hatte ich riesige Fressschäden an den Blättern. 

Das mit den Pilzen am Gemüse fand ich schon irgendwie sehr ekelhaft. Ich las aber auch, dass das schon mal vorkommt und eigentlich nicht weiter schlimm sei. Änderte aber nichts daran, dass ich dieses Gemüse eigentlich nicht mehr essen wollte…

Wem gab ich die Schuld an dieser Misere?
Der Bio-Erde aus dem Baumarkt. 
Ganz klar.

Denn nicht alle Pflanzen hatten Bio-Erde: Meine Zucchini wuchsen in konventioneller Blumenerde aus dem Pflanzenfachgeschäft und der ging es prima (zu mindestens bis die Hitze wiederkam). Die Lösung war also ein Umkehrschluss, dass das nur an der Erde liegen kann.

Ich habe dann irgendwann ein Beet „aufgegeben“. Beim Entsorgen der Pflanzen wühlte ich etwas die Erde auf und mir kam ein ekelhaft modriger Gestank entgegen. Google sagte dazu, dass die Erde schimmelig beziehungsweise von einem Pilz befallen wurde. Ich entsorgte die Erde.

Die anderen Beete beobachtete ich weiter.

Aber letztendlich habe ich gestern das Handtuch geworfen und die Erde (die durchgehend in allen Beeten modrig stank) plus die kümmerlichen Pflanzen entsorgt.

Wie gehts jetzt weiter?

Erstmal freue ich mich, dass Trauerspiel auf dem Balkon nicht mehr sehen zu müssen. Andererseits bin ich traurig, dass das nicht gut klappte. Vielleicht werde ich mich jetzt bemühen einen echten kleinen Schrebergarten zu bekommen.

P.S.: Die Zucchini habe ich noch nicht aufgegeben.

Sankt Peter-Ording – „Gegen den Wind“-Lauftag (7km)

Sankt Peter-Ording, 14. Juli 2019 – Trotz meines fortschreitenden Alters werden meine Ideen nicht klüger. Eine weitere dämliche Idee durfte ich nun ausbaden: Meine Anmeldung beim „Gegen den Wind“-Lauftag in Sankt Peter-Ording – aber wenigstens war ich so klug und habe mich rechtzeitig vom Halbmarathon auf den 7-Kilometer-Jedermannlauf umgemeldet.

Eigentlich war es gar keine dumme Idee, als ich mich vor Monaten für den Lauf anmeldete – hätte ich dann auch mal mit dem Training angefangen und hätte nicht bis Anfang Juli eine Winterpause eingelegt. Ja, zwei Woche vor dem Lauf, fing ich wieder das Laufen an.

Um 12:00 Uhr fiel mein Startschuss und um 12:15 Uhr wurden der Boss, der Freund und der Cousin vom Freund auf die Strecke gelassen, um ihren Halbmarathon zu laufen. Allesamt durften wir uns erstmal übe 250 Meter feinsten Nordseeküsten-Sand kämpfen, um dann einen Abstecher in den hügeligen kleinen Wald zu machen. Nach einem Kilometer ging es dann auf den Deich rauf, zur Dünentherme – hier kam mir die Erste des Jedermannlaufes entgegen -, zwischen Kilometer 2 und 3 wurde dann umgekehrt und es ging zurück zum Strand. Als ich wieder an der Dünentherme war (ca. Kilometer 4) wurde ich vom Ersten des Halbmarthons überholt. Es ging zurück in den Wald, aber dieses Mal für mehr als nur 500 Meter und so ging es Hügelchen rauf und Hügelchen runter.

Ich wollte alle 50 Meter abbrechen. Ich konnte einfach nicht mehr.

Bei Kilometer 5,5 wurde ich von den drei Kerlen überholt. Ich wollte immer noch aufgegeben. Aber ehrlich gesagt: 1,5 Kilometer vor der Ziellinie aufzugeben, wäre auch bisschen doof gewesen. Also lief ich weiter. Wie ein sterbender Schwan.

Nach 56:40 Minuten war ich über der Ziellinie und wurde vom Freund und Cousin begrüßt. Diese beiden haben verletzungsbedingt den Halbmarathon abgebrochen (Fuß und Knie).

Ich war so kaputt.

Die Zeiten der anderen: der Boss 02:01:01 Stunden

Hamburg – 29. Barmer Alsterlauf (10km)

Hamburg, 09. September 2018 – „Werde ich die 10 Kilometer in unter 1,5 Stunden schaffen?“, diese Frage quälte mich die Tage vor dem 9. September. Der 9. September, der Tag des 29. Barmer Alsterlaufes. 

7 Wochen lang hatte ich auf diesen Lauf hin trainiert. Von Null auf 10 Kilometer und das mit keinem Lauftalent, keiner vorher definierten Grundkondition und guten 20 Kilo Übergewicht. Mein durchschnittlicher Trainingspace? 8:45 Minuten pro Kilometer – ich will mich ja nicht kaputt machen. Dieser stand der Zielzeit der Laufveranstaltung von 01:30 Stunde gegenüber. Das würde eine knappe Kiste werden. Sollte ich länger brauchen, würde ich disqualifiziert werden. 

Dann war er da. Der Wettbewerbstag.

Wir trafen uns mit den üblichen Verdächtigen: den Vater vom Freund und seinem Cousin. Wärmten uns auf. Ordneten uns in unsere Startbereiche ein. Meine Knie waren mittlerweile butterweich und mein Shirt jetzt schon durchgeschwitzt.

Ich wollte keinen anderen Teilnehmer als Laufbuddy auserkoren, wie in Husum. Ich wollte nicht losstürmen beim Start, wie in Husum. Ich wollte mein Ding machen. Durchhalten und Ankommen. Und so trabte ich 4 Minuten nach Startschuss über die Startlinie. 

Möge ich schneller sein als der Zielschluss.

Bei einem durchschnittlichen Pace von 08:20 Minuten pro Kilometer lief es sich sehr entspannt. Auf diesem Tempo liefen auch zwei anderen Läufer, wie sich herausstellte: ein Ehepaar aus Nürnberg. Wir Franken finden uns überall. Wir kamen ins Gespräch. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass ich Laufen und Reden gleichzeitig kann. Aber halt Moment, wie war das mit „Kein Laufbuddy auserkoren“?

Wir drei machten einen so entspannten Eindruck auf den ersten Kilometer, den Wallringtunnel runter, dass der DJ vom „Hamburg 2“-Stand erstmal einen gemütlichen Marsch auflegte.

Ab Kilometer 7 setzte ich mich von dem Ehepaar ab und lief etwas schneller und bis Kilometer 8 hatte ich meine Puls sehr gut unter Kontrolle. Er lag bei circa 170 Schlägen pro Minuten, was ich als sehr angenehm empfand.

Die Strecke machte nun einen kleinen Schlenkere, von der Alster weg um gekonnt vorzutäuschen was als nächstes kam: ein langer, flacher Aufstieg die Kennedybrücke rauf. Der Puls lag jetzt bei 180. Der Kopf fühlte sich an, als würde er zur vollreifen Tomate werden und bitte lächeln! Cheese! Wie gemein! Auf der Kennedybrücke standen die Fotografen. 

Ich habe sie gekonnt wegignoriert und mich gleichzeitig in den Hintern gebissen, kein Bild zu bekommen auf dem ich federleicht und elegant vorbeilaufe, lächele und in die Kamera grüße.  

Endlich ging es auf die Zielgerade. Ich war zwar irgendwie total am Ende, hatte mir aber vorgenommen, auf den letzten Meter nochmal richtig Gas zu geben! Das fühlte sich in den Beinen so falsch an. Die hatten keinen Bock mehr. Ich dachte, ich würde gleich einknicken, hier und sofort auf der Stelle, wie ein Stein und keinen Meter mehr vorankommen. Am besten noch 1 Zentimeter vor der Ziellinie.

Doch meine Beine ließen mich nicht im Stich. Mit 01:24:58 auf der Uhr und „Hamburg meine Perle“ aus den Lautsprechern kam ich ins Ziel.

Die Zeiten der anderen: Der Boss lief 54:11 Minuten, der Cousin 42:32 Minuten und der Freund 48:42 Minuten

Husum – George C. Hafenrunde (2,66km)

Husum, 11. August 2018 – Ein kleiner Probelauf vor dem großen 10-Kilometer-Lauf im September? Klar! Die Anmeldung für den Jedermannlauf „George C. Hafenrunde“ über 2,66 Kilometer ging raus und an einem wechselhaften aber warmen Sonntag waren wir (der Freund, der Vater vom Freund und ich) in Husum. Meine Mission für den Lauf: ankommen.

Ich schnürte mir meine Schuhe, befestigte die Startnummer und stand euphorisch-ängstlich am Start. Meine erste „Wettkampfteilnahme“ nach langer Zeit. Ja, irgendwann im Sommer 2014 lief ich schon mal bei einem Lauf mit, aber das ist eine andere Geschichte. 

Das Startfeld der Hafenrunden gliederte sich wie folgt: Die erste Reihe voller Kinder, dahinter deren Eltern, dann kamen die Läufer, die auch aussahen wie Läufer und dann die letzten Starter, das waren ich und ein kleiner Mann mit Wampe. 

Ich schielte rüber: „So fit sieht der nicht aus! Jo Bro, wir beiden rocken das Feld von hinten“ In meinen Gedanken malte ich mir schon aus, wie wir Hand in Hand und über beide Backen grinsend über die Ziellinie schritten. 

Während dieser malerisch und romantischen Gedanken fiel der Startschuss. Unter tosenden Applaus stürmten die ersten Reihen los und ich konnte sehen wie mein Laufkumpel ebenfalls elegant, leichtfüßig und schnell startete, „Hey Bro, was soll das?“
Ich versuchte das Tempo zu halten.

Keine 200 Meter später musst ich einsehen: Für mich war das viel zu schnell. Ich drosselte die Geschwindigkeit. Mein Kumpel und das Läuferfeld zogen fort, bogen um die Ecke ab und sie waren nie wieder gesehen. Jetzt hieß es nur noch ich und mein Puls von 185. 

19 Minuten und 44 Sekunden später überschritt ich gequält und gebeutelt die Ziellinie. Zweimal musste ich eine Gehpause machen, meinen Puls bekam ich nicht unter 180 Schläge pro Minute runter, ich hatte Seitenstechen from hell und war über meine Kondition sehr entsetzt – ich fing 3 Wochen vorher das Laufen (wieder) an, die hätte ja schon etwas besser sein können!

Aber im Training lag mein durchschnittlicher Pace bei 09:20 Minuten pro Kilometer und in Husum lag er bei 07:20 Minuten pro Kilometer – da war ich wohl etwas zu schnell unterwegs. Vor allem beim Start. Auch der Schwiegervater im Spe merkte später – beim 10-Kilometer-Lauf der Hafentage – dass ein zu schneller Start sehr schnell nach hinten los gehen kann. 

Aber zurück zu mir und meiner Mission: Ich kam an, aber den kleinen Mann mit Wampe sah ich nie wieder.